AZAV FAQ

Welche Nachweise muss ich gemäß AZAV erbringen?
Grundlage ist die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung vom 2. April 2012, das SGB III. und die Empfehlungen des Beirats nach § 182 SGB III. U.a. wird gefordert, dass ein  Träger die notwendige Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit besitzt, über Kenntnisse des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes verfügt, die personelle und fachliche Eignung hat sowie ein Qualitätssicherungssystem (QS-System) einsetzt.
Was ist ein Träger?
Jedes Unternehmen, soloselbständiger Coach oder jede Organisation, welche im Sinne der o.g. Bestimmungen Maßnahmen der Arbeitsförderung erbringt und AZAV-zertifiziert ist, wird als Träger bezeichnet.
Benötige ich auch die ISO 9001?
Die Umsetzung dieser Qualitätsmanagement-Norm DIN ISO EN 9001 ist gemäß AZAV nicht gefordert und auch für eine AZAV-Zertifizierung nicht ausreichend. Zwar ist die Norm ISO 9001 umfangreicher, allerdings fehlen wiederum wichtige Komponenten die nach der AZAV gefordert sind. Daher müssen Sie unbedingt ein Qualitätssicherungssystem nach AZAV umsetzen.
Welche Anforderungen stellt die AZAV?

Unterscheiden sich die Anforderungen in den Fachbereichen?
Für alle Fachbereiche sind die Anforderungen gültig, jedoch gibt es in der inhaltlichen Ausgestaltung wegen der verschiedenen Geschäftszwecke und Prozesse in Unternehmen zwangsläufig Unterschiede. Deshalb ist jedes System zur Erfüllung der Anforderungen bei jedem Träger nicht schematisch sondern individuell aufzubauen und zu leben.
Benötige ich ein Handbuch?
Ein Handbuch ist nach AZAV nicht gefordert. Es steht Ihnen frei, eine eigene, im Unternehmen lebbare Systemlösung zu finden. Wir empfehlen grundsätzlich ein prozessorientiertes System zu nutzen.
Was ist ein prozessorientiertes System?
Ein Prozesssystem orientiert sich am vorhanden Unternehmensaufbau und -ablauf, kann problemlos erweitert und mit anderen Prozessen verbunden werden. Dadurch ist es ist einfacher zu erstellen, im Alltag zweckgebunden zu handhaben und dauerhaft zu pflegen. Es beantwortet die Grundsatzfrage: „Wer macht was, wann, wie und womit?“ zur Erfüllung hoher Qualitätsstandards am Endkunden, den Teilnehmern einer Arbeitsfördermaßnahme durch Coaching, Vermittlung oder Weiterbildung.
Ist eine externe Beratung zur AZAV erforderlich?
Eine externe Beratung ist immer dann sinnvoll, wenn ein Managementsystem nicht selbst aufgebaut werden kann und keine oder nur geringe Erfahrungen bestehen. Die Fachkundigen Stellen sind nur die Prüfer und beraten nicht, sondern erwarten die Erfüllung der Anforderungen fertig vorzufinden. Dazu gehören neben den entsprechenden Systemen auch Dokumente und der Wissensstand der einbezogenen Mitarbeiter.
Was ist eine Fachkundige Stelle?
Die Fachkundige Stelle ist im Grunde genommen ein anderer Begriff bzw. Synonym für eine Zertifizierungsgesellschaft. Der Begriff ist in der AZAV vorgegeben. Es gibt gegenwärtig ca. 30 Fachkundige Stellen, die von der Deutschen Akkreditierungsstelle (Dakks) zugelassen sind. Sie hat die Aufgabe die Träger und die Maßnahmen zu auditieren und zu zertifizieren (Prüfung). 
Worauf muss ich beim Preisvergleich von Fachkundigen Stellen achten?
Jede der Fachkundigen Stellen unterscheidet sich im Preissystem. Sollten Sie Preise abfragen, achten Sie auf folgende Punkte:
Zertifiziert die Fachkundige Stelle überhaupt meinen Fachbereich nach AZAV?
Welche Kosten fallen an? Kriterien sind:
– Mitarbeiteranzahl, die Personen die AZAV-relevante Tätigkeiten ausüben
– Kosten für Erstzertifikat (Reisekosten beachten)
– Kosten für Überwachungsaudit (Reisekosten beachten, manchmal werden die Preise nach einem Jahr auch angehoben)
– Kosten für die Zertifikatserstellung bzw. für das Zertifikat
– Zeitraum des Zertifikats (3 oder 5 Jahre)?
Wie läuft die AZAV-Zertifizierung ab?
Sie beantragen bei der ausgewählten Fachkundigen Stelle eine Prüfung und schließen einen Rahmenvertrag. Sie erhalten dann die Antragsdokumentation, bearbeiten diese auf Basis ihres Qualitätssicherungssystems und reichen sie bei der Fachkundigen Stelle wieder ein. Diese werden dort geprüft. Anschließend stimmen Sie direkt mit der Fachkundigen Stelle den Termin der Vorortprüfung (Audit) ab. Ein externer Auditor wird Ihnen benannt. Gern unterstützen wir Sie dabei. Bei erfolgreicher Prüfung erhalten Sie wenig später das Zertifikat zur Trägerzulassung.
Was passiert nach Erhalt des Zertifikats als Träger?
Als zertifizierter Träger erfüllen Sie die Anforderungen nach AZAV mit Hilfe Ihres Qualitätssicherungssystems dauerhaft und konsequent im Sinne Ihres Leitbildes für Ihre Kunden (Teilnehmer). Die Fachkundige Stelle prüft den Träger jährlich dazu in einem Überwachungsaudit. Werden dabei Abweichungen festgestellt und nicht fristgerecht beseitigt, kann das zum einem Verlust des Zertifikats führen.
Was ist eine Maßnahmenzertifizierung?
Wenn Sie im Fachbereich 1 und 4 tätig sind, dann müssen die Maßnahmen (Kurse) bei der Fachkundigen Stelle zertifizieren werden. Das erfolgt üblicherweise im Wege einer Dokumentenprüfung. Die Maßnahme muss in ihrer konzeptionellen Ausgestaltung eine erfolgreiche Teilnahme erwarten lassen. Es wird dabei u.a. geprüft, ob die Maßnahme wirtschaftlich und dem Bedarf am Arbeitsmarkt entsprechend angemessen ist.
Wenn Sie weitere Fragen haben oder und eine kostenlose Vorberatung wünschen, dann kontaktieren Sie uns und teilen uns Ihr Anliegen mit. Nutzen Sie dazu am besten unser